FONTE Stiftung zur Förderung des geisteswissenschaftlichen Nachwuchses
Aktuelles / Tagung HU

Tagungen an der Humboldt-Universität / FONTE-Buchreihen: Publikationen 

Call for Papers (Termin 15.05.2022):
Legitimations- und Autorisierungsstrategien weiblichen Schreibens - Jahrestagung: Femmes de Lettres im 17. und 18. Jahrhundert
an der Humboldt-Universität zu Berlin

Die dritte, von der FONTE-Stiftung geförderte Femmes de Lettres-Tagung knüpft an das Ziel der letzten beiden Jahrestagungen an, Autorinnen des 17. und 18. Jahrhunderts (neu) zu entdecken. Im Zentrum der diesjährigen Tagung soll die Frage nach Autorisierungsstrategien stehen, durch die kanonisierte, aber vorrangig auch unkanonisierte Autorinnen der Zeit ihr weiblichen Schreiben zu legitimieren suchen.

Dazu können etwa die Einschreibung in männlich geprägte literarische Traditionen und Diskurse, die Aneignung von Gattungen und Motiven, die Rezeption von angesehenen literarischen Vorbildern sowie sprachlich-rhetorische Mittel der Textgestaltung zählen. Besonders interessant wäre in diesem Kontext die Frage, inwiefern binäre Geschlechterkonstruktionen in den weiblichen Diskursstrategien umgekehrt bzw. möglicherweise bereits durchbrochen und dekonstruiert werden.

Gewünscht sind Beiträge, in denen literarische Schriften von romanischen Autorinnen aus diesen Jahrhunderten vorgestellt und in Hinblick auf ihre vielfältigen Autorisierungsstrategien untersucht werden.

Die Jahrestagung steht im Kontext der Symposien Femmes de Lettres, die 2019 und 2021 an der Humboldt-Universität zu Berlin stattgefunden haben. Hierzu ist der Sammelband Femmes de Lettres - Europäische Autorinnen des 17. und 18. Jahrhunderts (Hg. Marina O. Hertrampf, Frank & Timme 2020) erschienen und Textfigurgen der Emanzipation. Autorinnen des europäsichen 17. und 18. Jahrhunderts wieder (und wieder) lesen (Hg. Annina Klappert, Wehrhahn-Verlag), erscheint 2023.

Angebunden an die Jahrestagungen der FONTE-Stiftung sind die ebenfalls von der FONTE-Stiftung herausgegebenen, im Secession-Verlag bzw. Wehrhahn-Verlag erscheinenden Buchreihen "Femmes de Lettres" und "Edition FONTE", die in Vergessenheit geratene belletristische, essayistische und wissenschaftliche Texte von Autorinnen des 16. bis 18. Jahrhunderts einem breiteren Lesepublikum zugänglich machen. In diesen Reihen sind bereits Texte der Autorinnen Labé, Ziegler, de Grafigny, Zäunemann, Sibylla Schwarz und de Zayas erschienen bzw. die Barocklyrik von FrauenCharlotte Corday (Engel Christine Westphalen), Johanne Gray (Amalie Berg), Erinnerungen des Comte de Comminge (de Tencin) sowie Mein Schreibetisch (Sophie von La Roche).

Zusendungen von Abstracts mit bis zu 400 Wörtern sind - zusammen mit einer Biobibliographie - bis zum 15.05.2022 zu richten an:

cjacobi@uni-bonn.de sowie renate.kroll@romanistik.hu-berlin.de



Die zweite von der FONTE-Stiftung geförderte Femmes de lettres-Tagung fand (Corona bedingt erst wieder) am 7. und 8. Oktober 2021 (in Präsenz)
an der HU Berlin statt. Die Leitung hatte Frau PD Dr. phil. habil. Annina Klappert, FONTE-Stiftungsgastprofessorin bis einschließlich Sommersemester 2020.

Die Tagung stand unter dem Thema:
Das Schreiben in die Hand nehmen: Transphilologische Jahrestagung "Femmes de lettres" im 17. und 18. Jahrhundert

Vorgestellt auf der Tagung wurde auch das Moderata Fonte-Forum für Frühe-Neuzeit-Forschung von der hauptamtlichen Mitorganisatorin dieses Forums,
Frau Dr. phil. Astrid Dröse, Universität Tübingen.

Frau Dr. phil. habil. Annina Klappert plant - unter Berücksichtigung von  Tagungsbeiträgen - einen Band herauszugeben mit dem Thema:
Textfiguren der Emanzipation. Autorinnen des europäischen 17. und 18. Jahrhunderts wieder (und wieder) lesen. (Dazu mehr, siehe weiter unten)

In der Publikation ginge es vor allem um das sprachliche Verfassen von Emanzipation, also ihr textuelles Entstehen. Welche diskursiven Strategien haben Autorinnen der Frühen Neuzeit - auf der Basis literarischer Texte - entwickelt, um (gefühlter und herrschender) Androzentrik entgegen zu wirken. Dabei wird eine sich Emanzipation er-schreibende Emanzipation von 'femmes de lettres' anvisiert, die sich möglicherweise auch in der Lebensrealität vollzogen hat.  

Die Tagung:
Die im Oktober 2021 an der HU veranstaltete Jahrestagung Femmes de lettres verfolgte u.a. die Idee, Autorinnen vom 17. bis 18. Jahrhundert (neu) zu entdecken, neu zu lesen, wi(e)der zu lesen: Autorinnen, die das literarische Schreiben und mit diesem Schreiben oftmals auch ihre eigene Geschichte selbst in die Hand genommen haben.

Vorausgegangen war dieser Tagung die unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Marina Hertrampf veranstaltete Jahrestagung 'Femmes de lettres' (2019), in deren Folge der Sammelband (Hg. Marina O. Hertrampf) Femmes de lettres. Wiederentdeckungen und Neulektüren europäischer Autorinnen des 17. und 18. Jahrhunderts (2020) erschienen ist.

Programm der Tagung

Plakat der Tagung

Kontakt:

annina.klappert@hu-berlin.de . renate.kroll@romanistik.hu-berlin.de 

 

Call for Papers

Zum Sammelband: Annina Klappert (Hg.): Textfiguren der Emanzipation.
Autorinnen des europäischen 17. und 18. Jahrhunderts wieder (und wieder)
Lesen

Im Anschluss an die vorerwähnte Tagung "Das Schreiben in die Hand nehmen" möchte der geplante Band Lektüren zu Texten europäischer Autorinnen dieser Jahrhunderte versammeln. Die eine Nennung im Titel von "wieder lesen" verweist darauf, dass zu ihrer Zeit bedeutende Autorinnen später diskursiv aus den Lektürelisten gestrichen wurden und nun (doch, endlich) wieder gelesen werden. Die andere Nennung von "wieder lesen" referiert auf das Konzept des re-reading, das von der Differenzialität einer jeden Lektüre ausgeht, einen Text (immer) wieder (anders) lesen kann. Dies ermöglicht auch eine emanzipatorische Sicht auf Geschlechterordnungen, die deren Bedeutungszuweisungen als nur bedingte aufzeigt und neu schreibt.

Der Band wird seinen Fokus auf die Untersuchung von Textfiguren richten, die in den Texten als emanzipatorische etabliert werden. Es soll also nicht um die Emanzipation von Autorinnen gehen, sondern um die Figuren der Emanzipation in ihren Texten: der Blick richtet sich dementsprechend auf die Möglichkeiten der Emanzipation in sprachlichen Konfigurationen, die auch oder gerade bedeutsam werden, wenn es keine durchgängige oder explizite emanzipatorische Position im Text zu entdecken gibt.
Nachfragen bei: annina.klappert@hu-berlin.de . renate.kroll@romanistik.hu-berlin.de 

Die Beiträge können zwischen mind. 7 und max. 20 Seiten variieren. Abstracts (von etwa einer Seite) werden bis zum 15.12. erbeten an: annina.klappert@hu-berlin.de   

 

 

weiter