FONTE Stiftung zur Förderung des geisteswissenschaftlichen Nachwuchses
Aktuelles / Tagung HU

Ankündigung:

Die Tagung "Femmes de lettres" (Corona bedingt verschoben) findet am 7. und 8. Oktober 2021 an der HU Berlin statt (FONTE-Stiftung / Moderata Fonte-Forum für Frühe-Neuzeit-Forschung)

Das Schreiben in die Hand nehmen: Transphilologische Jahrestagung "Femmes de lettres" im 17. und 18. Jahrhundert 

In ihrer Poetikvorlesung erinnert Christa Wolf daran, dass das Wort 'Emanzipation' usprünglich mit der mancipatio zusammenhängt, dem Rechtsgeschäft, durch das verschiedene res mancipi (Gegenstände, Sklaven) einem neuen Besitzer übertragen werden, der sie - manu capere - mit der Hand erfasst. Die emancipatio weise dagegen auf die Entlassung aus dieser Handhabe der einen durch andere. Emanzipation bedeutet von hier aus gedacht und im Sinne einer Geschichte der Frauenrechte die Selbstentlassung von Frauen aus der Handhabe anderer, ihr Selbsterfassen eigener Angelegenheiten.

Die zweite, von der FONTE-Stiftung geförderte Jahrestagung 'Femmes de lettres', nunmehr unter der Leitung von Annina Klappert, möchte vorrangig das Vorhaben der ersten Tagung weiterverfolgen, Autorinnen vom 17. bis 18. Jahrhundert (neu) zu entdecken, die das literarische Schreiben und mit diesem Schreiben oftmals auch ihre eigene Geschichte selbst in die Hand genommen haben. Wir suchen im Sinne einer transphilologischen Herangehensweise Beiträge, in denen literarische Schriften von europäischen Autorinnen dieser Jahrhunderte vorgestellt werden.

Zugleich soll die Tagung zur Diskussion darüber anregen, wie das literaturwissenschaftliche Schreiben über die Geschichte der Literatur selbst neu zu schreiben wäre als Umschrift, Weiterschrift, als re-writing und Eröffnung neuer Denkbereiche.

Die Jahrestagung steht im Kontext des Symposiums 'Femmes de lettres', die 2019 an der Humboldt-Universität zu Berlin stattgefunden hat und zu der ein Sammelband (Hg. Marina O. Hertrampf) unter dem Titel Femmes de lettres. Wiederentdeckungen und Neulektüren europäischer Autorinnen des 17. und 18. Jahrhunderts (Frank & Timme 2020) erscheinen wird. Angebunden an diese Tagung ist die von der FONTE-Stiftung herausgegebene, im Berliner Secession-Verlag erscheinende Buchreihe 'Femmes de lettres', in der bereits die Autorinnen Louise Labé, Christiana Mariana von Ziegler sowie Francoise de Grafigny erschienen sind.

Kontakt:

annina.klappert@hu-berlin.de und krollren@cms.hu-berlin.de 

 

Tagung (2019) und Publikation (2020)

Wiederentdeckungen und Neulektüren von Autorinnen aus der Romania (17.-18. Jahrhundert)

5.-6. September 2019, Humboldt Universität zu Berlin
Organisiert von PD Dr. Marina Ortrud M. Hertrampf

In Europa, vor allem in Italien und Frankreich, hatten sich bereits ab dem 16. Jahrhundert ausgeprägte weibliche Salonkulturen entwickelt, die sich im 17. und 18. Jahrhundert zu einflussreichen Institutionen des literarischen und kulturellen Austauschs herausbildeten. Obwohl die Zahl von Autorinnen, deren Werke zu ihren Lebzeiten gedruckt und erfolgreich rezipiert wurden, im 17. und 18. Jahrhundert in bis dato beispielloser Weise anstieg, sind heute, selbst in romanistischen Kreisen, nur auffallend wenige davon noch bekannt. Ein Großteil der europäischen Autorinnen des 17. und 18. Jahrhunderts wurde nie Teil des jeweiligen nationalliterarischen Gedächtnisses, obwohl sich ihre Texte zu ihren Lebenzeiten einer weitreichenden Beliebtheit erfreuten und eine nicht unwesentliche literarische und kulturhistorische Rolle spielten.

Die Tagung mit ihrem weitreichenden rediscovering und rereading of women’s texts, mit einer Präsentation von (Wieder-) Entdeckungen und Neulektüren von Texten romanischer Autorinnen, stellt eine Ergänzung dar zur bislang noch immer nicht vollständig geschriebenen Literaturgeschichte von Autorinnen der Romania.

Publikation: Marina Ortrud M. Hertrampf (Hg.): Femmes de lettres - Europäische Autorinnen des 17. und 18. Jahrhunderts. Berlin (Frank & Timme) 2020

Die Autorinnen: Ana Caro - Marie de Gournay - Gabrielle Suchon - Francoise de Grafigny - Joséphine de Monbart - Louise d'Épinay - Gräfin Rosenberg Orsini - Hester Lynch Piozzi - Eliza Haywood - Christina Mariana von Ziegler - Sidonia Hedwig Zäunemann - Johanne Charlotte Unzer - Caroline Schlegel-Schelling - Johanna Schopenhauer - Karoline von Woltmann.

 

 

 

 

 

 

 

weiter